Wie heilt eine Wunde nach der Entfernung eines Zahns?

Zahnarzt Heidelberg / News und Infos

Nach einer Zahnentfernung bleibt zunächst einmal eine Vertiefung zurück, ein Raum im Kieferknochen, der sich mit Blut füllt. Man nennt diesen Raum auch Alveole. Das Blut bildet dort einen Blutpfropf (Koagulum), der die Alveole vor eindringenden Bakterien schützt. Dies ist der beste Wundverband. Durch das Einwachsen von haarfeinen Blutgefäßen (Kapillaren) wird er zu neuem Bindegewebe umgewandelt.

Doch wenn das Koagulum zerfällt oder verloren geht, kommt es zu einer Wundheilungsstörung. Beispielsweise kann es durch eingewanderte Bakterien zersetzt werden, auch chemische oder mechanische Reize können es zerstören.

Leider ist nicht vorhersehbar, ob oder wann das geschehen kann. Wenn dies passiert, hat es zur Folge, dass der Knochen ungeschützt frei liegt, was besonders schmerzhaft ist.

Die Behandlung besteht in einer chirurgische Revision: Unter lokaler Betäubung werden frische Wundflächen geschaffen. Dadurch versucht man, den Defekt wieder zum Bluten anzuregen, so dass sich ein neues Koagulum bilden kann. In manchen Fällen wird die Wunde auch austamponiert: Dieser Streifen wird in der Regel vorher mit desinfizierenden und schmerzstillenden Medikamenten getränkt. Bis zur vollständigen Ausheilung muss die Tamponade regelmäßig vom Zahnarzt gewechselt werden, um einer weiteren Infektion vorzubeugen.

Die akuten Beschwerden klingen nach 1- bis 2-maligem Wechsel der Tamponade deutlich ab. Jedoch kann sich die Ausheilung einer Alveolitis sicca über mehrere Wochen hinziehen – bis der Knochen wieder mit Schleimhaut überwachsen ist. Dann kann der nächste Schritt sein, sich über Zahnersatz zu informieren.